Donnerstag, 29. Dezember 2011

schloss monbijou

©Sarah-Maria
Seit Beginn des 18. Jahrhunderts stand direkt am Berliner Spreeufer ein Schloss namens Monbijou – zu deutsch „Mein Schmuckstück“. Es wurde vorzugsweise von preußischen Königinnen als Wohnsitz genutzt. Und auch Friedrich der Große verbrachte dort viele Stunden seiner Kindheit bei seiner Mutter Sophie Dorothea.

Doch was über jahrelange liebevolle Kleinarbeit sorgfältig hergerichtet wurde, konnte binnen weniger Tage zerstört werden. Diese Erfahrung musste Sophie Dorothea machen, als der russische Zar Peter der Große samt seinem als rüpelhaft bekannten Gefolge im Jahr 1717 im Schloss Monbijou untergebracht wurde. Denn die Zarengefolgschaft hielt, was ihr Ruf versprach: nach dem nur wenige Tage dauernden Besuch musste das Schloss generalüberholt werden. Die komplette Inneneinrichtung war zerstört und der sonst so penibel gepflegte Schlossgarten glich einem Schlachtfeld.

Wiederaufgebaut diente das Schloss weiterhin Sophie Dorothea bis zu ihrem Tod als Wohnsitz. Und auch Königin Frederike Luise zog sich dort vor ihrem Mann zurück. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es hauptsächlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt und kann mit einer recht prominenten Aufführungen auftrumpfen, denn die Berliner Erstaufführung einiger Szenen aus Goethes Faust haben dort stattgefunden. Ab 1877 wurde in dem Schloss das Hohenzollernmuseum eingerichtet und für die Öffentlichkeit freigegeben. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage schwer beschädigt und schließlich Ende der 50er Jahre vollständig abgerissen.

Quellen:
rbb: Schloss Monbijou 1706. http://www.preussen-chronik.de/schauplatz_jsp/key=schauplatz_schloss+monbijou.html (abgerufen am 22. Juni 2011).
Galli, M.: Berlin, die Kunststadt. München: Bucher, 2009.
Hoja, S.C.: Geschichte - Vom Viehhof zur Residenz. http://www.monbijou.etielle.de/geschichte.html (abgerufen am 22. Juni 2011).

Kommentare:

  1. Danke für den sehr interessanten geschichtlichen Abriss und die fundamentierten Informationen, was nicht sehr oft in der Bloggerwelt zu finden ist.
    Einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2012 und Grüße Senna

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  2. ja - Senna hat recht - dein blog ist schon was Besonderes :-)

    Ich wünsche dir für das neue Jahr 2012 weiterhin viele gute Ideen und interessierte Leser :-))

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  3. Vielen Dank ihr Beiden! So was geht natürlich runter wie Öl! :D

    Ich hoffe ihr seid gut gerutscht und ich wünsche euch ein schönes und spannendes Jahr 2012! :)

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