Sonntag, 27. November 2011

das nelson theater

©Sarah-Maria
In der Berliner Fasanenstraße 74 hatte ab 1919 das „Nelson Theater“ seinen Standort und trumpfte mit Revue-Theater vom Allerfeinsten auf. Dort gaben sich Stars, wie Willy Prager, Gussy Holl, Claire Waldoff oder Nelsons spätere Frau Käte Erlholz die Klinke in die Hand. Und auch Josephine Baker stand dort einmal auf der Bühne.

Inhaber und Gründer des Theaters war Rudolf Nelson (eigentlich Lewysohn), der in seiner Laufbahn mehr als 6000 Unterhaltungsmelodien komponiert hat - u.a. auch für das überaus berühmte Metropol-Theater (der heutiger Sitz der Komischen Oper Berlin). Die Texte zu seiner Musik ließ er oftmals von prominenten Autoren, wie Kurt Tucholsky, Friedrich Hollaender oder Marcellus Schiffer verfassen.

Mit der Machtergreifung der Nazis floh Nelson aus Deutschland ins Exil. Zunächst versuchte er in Österreich und der Schweiz sein Theater neu aufzubauen, ging aber schließlich nach Amsterdam. Dort konnte er in seinem kleinen Theater „La Gaîté“ mit der Revue „Man lebt nur einmal" einen kurzen Erfolg landen. Doch nach dem kurz darauf folgenden Einmarsch der Wehrmacht wurde auch dieses Theater verboten und Nelson musste sich bis zum Ende der NS-Herrschaft in dem Unterschlupf einer niederländischen Widerstandsbewegung vor den Nazis und der drohenden Deportation verstecken. Bereits 1949 kehrte er aber mit seiner letzten Revue „Berlin Weh Weh“ in das vom Krieg völlig zerstörte Berlin zurück.

Die österreichische Sängerin Fritzi Massary schrieb über Neslons-Revuen übrigens: „Nelson-Schlager ist ein Chanson. Gesanghaft, leicht beschwingt, von befreiendem Charme. Er schlägt das Düstere, Traurige zu Scherben und lässt in uns eine entzückende Melodie. Ein Ineinander von Heiterem, Zärtlichem, Rhythmischen und feiner Parodie."

Quellen:
Bienert, M./Buchholz E. L.: Die Zwanziger Jahre in Berlin: ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006.
Deutsches Kabarettarchiv: Rudolf Nelson. http://www.kabarettarchiv.de/KabaPDF/Nelson.pdf (abgerufen am 31. Mai 2011).

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